In dem Staat, wo die Guten nichts voraus haben wollen und die Schlechten nichts voraus haben können, herrschen Friede und Eintracht.
- Aristoteles

Klugwort Reflexion zum Zitat
Aristoteles’ Zitat beschreibt eine ideale gesellschaftliche Ordnung, in der Gerechtigkeit, Bescheidenheit und moralische Integrität das Fundament bilden. Die Aussage deutet darauf hin, dass Frieden und Eintracht in einem Staat nur dann möglich sind, wenn eine Balance zwischen den moralischen Werten und den individuellen Ambitionen der Bürger herrscht.
Der erste Teil des Zitats, in dem die ‚Guten‘ auf persönliche Vorteile verzichten, hebt die Tugend der Bescheidenheit hervor. Aristoteles betrachtet dies als Grundlage für ein harmonisches Gemeinwesen, da sich egoistisches Streben oft als Quelle von Konflikten erweist. Zugleich wird betont, dass ‚Schlechte‘ in einem gerechten Staat keine Möglichkeit haben dürfen, Macht oder Privilegien zu erlangen. Dadurch wird verhindert, dass Korruption oder Eigennutz die gesellschaftliche Ordnung stören.
Dieses Zitat lädt dazu ein, über die Bedingungen für eine gerechte und harmonische Gesellschaft nachzudenken. Es stellt die Frage, wie wir ein System schaffen können, das Tugend belohnt, aber gleichzeitig Machtmissbrauch verhindert. Aristoteles erinnert uns daran, dass die Qualität einer Gesellschaft von der moralischen Integrität ihrer Mitglieder abhängt. Nur durch kollektives Streben nach Gerechtigkeit und Bescheidenheit können Frieden und Eintracht erreicht werden.
In einer Zeit, die oft von Individualismus und Machtstreben geprägt ist, bleibt diese Botschaft besonders relevant. Sie fordert uns auf, nicht nur die politischen Strukturen, sondern auch unser eigenes Verhalten und unsere Werte zu hinterfragen, um einen Beitrag zu einer harmonischeren Gesellschaft zu leisten.
Zitat Kontext
Aristoteles, einer der einflussreichsten Philosophen der Antike, widmete sich intensiv der Frage nach der idealen Staatsform und den Prinzipien einer gerechten Gesellschaft. Dieses Zitat stammt aus seinem Werk *Politik*, in dem er die Natur des Menschen als ein ‚zoon politikon‘ – ein politisches Wesen – beschreibt, das nur in Gemeinschaft seine Vollkommenheit erreichen kann.
In der Zeit, in der Aristoteles lebte, war die griechische Polis das Zentrum des sozialen und politischen Lebens. Sein Gedanke, dass Frieden und Eintracht auf moralischer Integrität und gerechter Verteilung von Macht beruhen, spiegelt die Herausforderungen wider, denen sich die griechischen Stadtstaaten gegenüber sahen. Die Spannung zwischen persönlichem Ehrgeiz und dem Gemeinwohl war ein zentrales Thema seiner politischen Philosophie.
Auch heute ist dieses Zitat von Bedeutung, da es grundlegende Prinzipien der Gerechtigkeit und politischen Ethik anspricht. Es erinnert uns daran, dass eine stabile und gerechte Gesellschaft nicht nur auf Gesetzen, sondern auch auf den Werten und Einstellungen ihrer Bürger basiert. Aristoteles’ Einsicht ist eine zeitlose Aufforderung, sowohl individuelle als auch kollektive Verantwortung für das Gemeinwohl zu übernehmen und die Balance zwischen Eigeninteressen und sozialer Gerechtigkeit zu wahren.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Aristoteles
- Tätigkeit:
- Universalgelehrter, Philosoph, Naturforscher
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion