Ich muss gestehen, dass meine Vorstellungskraft sich weigert, ein U-Boot zu sehen, das irgendetwas anderes tut, als seine Besatzung zu ersticken und auf dem Meer zu treiben.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
H.G. Wells drückt in diesem Zitat eine skeptische Haltung gegenüber der damaligen Technologie von U-Booten aus. Seine Vorstellungskraft reicht nicht aus, um sich eine funktionierende Version dieser Erfindung vorzustellen – für ihn erscheint ein U-Boot eher als Todesfalle denn als effektives Werkzeug.
Diese Haltung zeigt ein häufiges Muster in der Geschichte der Innovation: Neue Technologien stoßen oft zunächst auf Skepsis und Unglauben. Viele bahnbrechende Erfindungen wurden anfangs als unrealistisch oder unsinnig abgetan, bevor sie sich als revolutionär erwiesen. Dass Wells, selbst ein visionärer Science-Fiction-Autor, sich ein funktionierendes U-Boot nicht vorstellen konnte, ist eine ironische Fußnote zur Entwicklung des technologischen Fortschritts.
Das Zitat regt dazu an, über die Grenzen unserer eigenen Vorstellungskraft nachzudenken. Gibt es heute Technologien, die wir für unmöglich oder unsinnig halten, die aber in Zukunft bahnbrechend sein könnten? Wie oft irren sich selbst die klügsten Köpfe, wenn es darum geht, den Fortschritt vorherzusagen? Wells erinnert uns daran, dass Skepsis zwar berechtigt sein kann, aber nicht immer zutrifft – und dass Innovationen oft gerade da entstehen, wo Menschen sich das Unmögliche vorstellen.
Kritisch könnte man fragen, ob Wells' Skepsis wirklich nur technischer Natur war oder ob sie auch eine tiefere, philosophische Bedeutung hatte. Sah er in der Idee eines U-Boots vielleicht eine Metapher für menschliche Hybris – den Versuch, in eine Umgebung vorzudringen, die nicht für uns gemacht ist? Seine Worte laden dazu ein, nicht nur über Technik, sondern auch über die Grenzen menschlicher Kontrolle über die Natur nachzudenken.
Zitat Kontext
Herbert George Wells (1866–1946) war ein britischer Schriftsteller, bekannt als einer der Begründer der modernen Science-Fiction. Seine Werke wie *Die Zeitmaschine* und *Krieg der Welten* beschäftigten sich intensiv mit Technologie, Zukunftsvisionen und den ethischen Fragen des Fortschritts.
Das Zitat steht im Kontext der frühen Entwicklung von U-Booten. Als Wells dies äußerte, war die Technologie noch nicht ausgereift, und viele hielten sie für eine riskante, kaum praktikable Erfindung. Sein Zweifel zeigt, dass selbst visionäre Denker manchmal Schwierigkeiten haben, sich den Erfolg neuer Technologien vorzustellen.
Historisch betrachtet, bewies die Entwicklung der U-Boote im 20. Jahrhundert das Gegenteil von Wells’ Annahme. Sie wurden zu einem wichtigen strategischen Werkzeug, insbesondere im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Sein Zitat ist ein Beispiel dafür, wie selbst die klügsten Köpfe nicht immer die Zukunft genau vorhersehen können.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. Es erinnert uns daran, dass technologische Skepsis oft ein natürlicher Teil des Fortschritts ist. In einer Zeit, in der neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Raumfahrt oder Biotechnologie rasant voranschreiten, stellt sich die Frage: Welche Innovationen halten wir heute für unmöglich, die in Zukunft selbstverständlich sein werden?
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion