Harren die Genüsse jederzeit unsers Befehls einzutreten, dann empfängt man sie kalt, ja zuweilen weist man ihnen sofort die Türe.
- Emanuel Wertheimer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Emanuel Wertheimer beschreibt in diesem Zitat eine tiefgehende Wahrheit über die Natur des menschlichen Verlangens und der Freude. Wenn Genüsse stets verfügbar sind und auf Abruf bereitstehen, verlieren sie ihren Reiz und ihre Bedeutung. Der Mensch nimmt sie nicht mehr mit Begeisterung auf, sondern begegnet ihnen oft mit Gleichgültigkeit oder Ablehnung. Wertheimer zeigt damit auf, dass es die Begrenzung und das Warten sind, die Genuss wertvoll machen und seine Intensität erhöhen.
Die Reflexion über dieses Zitat verdeutlicht, wie sehr der Wert von Genüssen durch ihre Seltenheit bestimmt wird. Wenn etwas jederzeit verfügbar ist, wird es banal, da es keinen Aufwand oder keine besondere Aufmerksamkeit mehr erfordert. Dies gilt nicht nur für materielle Dinge, sondern auch für zwischenmenschliche Beziehungen und geistige Freuden. Das Zitat fordert uns auf, den Unterschied zwischen echter Wertschätzung und einer oberflächlichen Konsumhaltung zu bedenken.
Wertheimers Worte laden dazu ein, über unser eigenes Verhältnis zu Genuss und Überfluss nachzudenken. Haben wir verlernt, Dinge wirklich zu schätzen, weil sie zu leicht verfügbar sind? Seine Beobachtung erinnert daran, dass wahre Freude oft aus dem Streben, dem Warten oder der Seltenheit einer Erfahrung entsteht.
In einer modernen Welt, in der nahezu alles sofort zugänglich ist, bleibt Wertheimers Gedanke relevant. Er mahnt uns, den Wert von Geduld, Vorfreude und bewusster Erfahrung zu erkennen. Sein Zitat ist ein zeitloser Appell, den Genuss nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als kostbares Gut zu betrachten, das Aufmerksamkeit und Dankbarkeit verdient.
Zitat Kontext
Emanuel Wertheimer, ein österreichischer Philosoph und Aphoristiker, war bekannt für seine tiefgründigen und oft kritischen Reflexionen über menschliches Verhalten und die Gesellschaft. Dieses Zitat zeigt seine Fähigkeit, die Dynamik von Verlangen, Genuss und Übersättigung zu analysieren.
In einer Zeit des wachsenden Konsums und der zunehmenden Verfügbarkeit von Gütern und Annehmlichkeiten, selbst im 19. Jahrhundert, waren Wertheimers Gedanken eine Mahnung, den Wert von Genüssen nicht durch Überfluss zu entwerten. Er betonte die Bedeutung von Maß und bewusster Wahrnehmung, um echte Freude zu erleben.
Auch heute hat dieses Zitat eine starke Aussagekraft. Es erinnert uns daran, die Balance zwischen Verfügbarkeit und Wertschätzung zu finden und den Fokus auf Qualität und Bewusstsein zu legen. Wertheimers Worte sind ein Aufruf, das Besondere im Alltäglichen zu suchen und Genüsse nicht durch ständige Verfügbarkeit ihrer Bedeutung zu berauben.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Emanuel Wertheimer
- Tätigkeit:
- ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
- Alle Emanuel Wertheimer Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion