Es ist ganz ausgeschlossen, daß, wie die Dinge heute liegen, ein wiederkehrender Goethe nicht wegen unerlaubter Reversion ausgewiesen würde.

- Karl Kraus

Karl Kraus

Klugwort Reflexion zum Zitat

Karl Kraus' Zitat "Es ist ganz ausgeschlossen, daß, wie die Dinge heute liegen, ein wiederkehrender Goethe nicht wegen unerlaubter Reversion ausgewiesen würde" ist eine provokante Beobachtung über die moderne Gesellschaft und ihre Unfähigkeit, außergewöhnliche Individuen und Ideen zu akzeptieren.

Das Zitat spielt auf die Idee an, dass eine erneute Erscheinung eines Genies wie Goethe in der heutigen Zeit nicht nur unwillkommen, sondern sogar aktiv behindert werden könnte. Kraus kritisiert damit indirekt die Bürokratie, den Konservatismus und die Engstirnigkeit einer Gesellschaft, die Neues und Revolutionäres oft ablehnt, selbst wenn es von großem Wert ist.

Die Reflexion lädt dazu ein, über die Frage nachzudenken, wie offen unsere Gesellschaft wirklich für außergewöhnliche Talente und Innovationen ist. Es ist eine Mahnung, dass Strukturen und Normen oft dazu neigen, das Unbekannte zu unterdrücken, anstatt es willkommen zu heißen. Kraus fordert uns auf, über den Platz des Individuums in einer zunehmend standardisierten Welt nachzudenken.

Kritisch könnte man argumentieren, dass Kraus hier zu pessimistisch ist, da es auch viele Beispiele gibt, in denen die Gesellschaft außergewöhnliche Beiträge anerkennt und feiert. Dennoch bleibt das Zitat eine kraftvolle Erinnerung daran, dass das Neue oft erst auf Widerstand stößt, bevor es akzeptiert wird. Es regt dazu an, unsere eigene Haltung gegenüber abweichenden oder revolutionären Ideen zu hinterfragen.

Zitat Kontext

Karl Kraus, ein österreichischer Schriftsteller und Satiriker, war bekannt für seine scharfe Kritik an der Gesellschaft seiner Zeit. Dieses Zitat zeigt seine charakteristische Mischung aus Ironie und scharfsinniger Analyse, die sich gegen die Engstirnigkeit und Bürokratie der Moderne richtet.

Kraus lebte in einer Zeit des gesellschaftlichen und politischen Umbruchs, geprägt von der Industrialisierung und den Spannungen des frühen 20. Jahrhunderts. Sein Werk, insbesondere die Zeitschrift "Die Fackel", zielte darauf ab, die Absurditäten und Widersprüche seiner Zeit aufzudecken. Das Zitat reflektiert seine Überzeugung, dass Bürokratie und Konservatismus oft die Kreativität und das Außergewöhnliche ersticken.

Die Anspielung auf Goethe, einen der größten deutschen Dichter und Denker, unterstreicht die Tragweite der Kritik. Kraus zeigt, wie schwer es außergewöhnlichen Individuen fällt, in einer Gesellschaft zu bestehen, die Konformität bevorzugt. Diese Botschaft hat auch heute noch Relevanz, da sie dazu auffordert, über die gesellschaftlichen Strukturen und Normen nachzudenken, die oft verhindern, dass bahnbrechende Ideen oder Talente ihre Wirkung entfalten können.

Das Zitat ist ein zeitloser Appell für Offenheit und den Mut, das Ungewöhnliche und Revolutionäre willkommen zu heißen, anstatt es abzuweisen.

Daten zum Zitat

Autor:
Karl Kraus
Tätigkeit:
österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker und Dramatiker
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion