Es ist erfreulich, wenn gleiches sich zu gleichem gesellt, aber es ist göttlich, wenn ein großer Mensch die Kleineren zu sich aufzieht.

- Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin

Klugwort Reflexion zum Zitat

Friedrich Hölderlins Zitat beleuchtet die Bedeutung von Größe im moralischen und spirituellen Sinne. Es hebt hervor, dass es natürlich und angenehm ist, wenn Gleichgesinnte oder Menschen mit ähnlichem Status und Fähigkeiten zueinander finden. Doch wahrhaft großartig und göttlich ist es, wenn ein Mensch, der sich durch besondere Fähigkeiten, Weisheit oder Tugenden auszeichnet, diese nutzt, um anderen zu helfen, zu wachsen und ihre Potenziale zu entfalten.

Die Aussage verdeutlicht die Verantwortung, die mit Größe einhergeht. Es reicht nicht aus, nur für sich selbst Erfolg oder Weisheit zu erreichen. Wahre Größe zeigt sich darin, andere mitzunehmen und zu fördern. Dies erfordert Demut, Geduld und ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse und Möglichkeiten derer, die weniger erfahren oder privilegiert sind.

Das Zitat regt dazu an, über die eigene Rolle im Umgang mit anderen nachzudenken. Sind wir bereit, unsere Stärke und unser Wissen mit anderen zu teilen? Sind wir fähig, unsere Überlegenheit nicht zur Distanzierung, sondern zur Verbindung zu nutzen? Hölderlins Worte laden dazu ein, die Beziehung zwischen Individuum und Gemeinschaft neu zu betrachten und die Möglichkeiten zu erkennen, wie wir selbst ein Beitrag zur Förderung und Entwicklung anderer sein können.

Im Kern ist dieses Zitat ein Aufruf zur Großzügigkeit und Menschlichkeit. Es fordert uns auf, unsere Errungenschaften und Fähigkeiten nicht egoistisch zu nutzen, sondern sie in den Dienst des Gemeinwohls zu stellen. Es zeigt, dass wahre Größe nicht in der Überlegenheit liegt, sondern in der Fähigkeit, andere zu inspirieren, zu unterstützen und zu stärken.

Zitat Kontext

Friedrich Hölderlin, einer der größten Dichter der deutschen Romantik, beschäftigte sich intensiv mit der Beziehung zwischen Individuum und Gemeinschaft. Dieses Zitat reflektiert sein Ideal einer harmonischen Welt, in der der Starke nicht für sich selbst lebt, sondern seine Gaben teilt, um die Gemeinschaft zu bereichern.

Im historischen Kontext der Romantik war die Idee der Erhebung des Menschen ein zentrales Motiv. Hölderlin sah in der Verbindung von Menschen unterschiedlicher Stärken und Schwächen eine Möglichkeit, die Harmonie zu erreichen, die er in der Natur und im Göttlichen suchte. Diese Sichtweise steht im Kontrast zu einer Gesellschaft, die oft von Hierarchien und Abgrenzungen geprägt ist.

Auch heute bleibt das Zitat hochaktuell. In einer Welt, die oft von Individualismus und Wettbewerb geprägt ist, erinnert es daran, dass wahre Größe in der Fähigkeit liegt, andere zu fördern und zu inspirieren. Es ist eine zeitlose Mahnung, dass Erfolg und Wissen erst dann ihre volle Bedeutung entfalten, wenn sie geteilt werden.

Hölderlins Worte sind eine Einladung, Verantwortung für andere zu übernehmen und eine Welt zu schaffen, in der die Starken die Schwachen unterstützen, anstatt sie zu dominieren. Sie erinnern uns daran, dass Menschlichkeit und Großmut die höchsten Formen von Größe sind, die wir anstreben können.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Hölderlin
Tätigkeit:
deutscher Dichter
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion