Es ist auf jeden Fall gesünder, für die Erwachsenen zu schreiben, zu denen die eigenen Kinder werden, als für die Kinder, die die eigenen "reifen" Kritiker oft sind.

- Alice Walker

Alice Walker

Klugwort Reflexion zum Zitat

Alice Walkers Zitat spricht von der Art und Weise, wie der eigene kreative Ausdruck und die persönliche Arbeit im Laufe des Lebens von unterschiedlichen, oft sich verändernden Kritiken beeinflusst werden. Sie deutet an, dass es für einen Schöpfer – sei es ein Schriftsteller, Künstler oder Denker – auf lange Sicht gesünder ist, eine Perspektive zu haben, die über die unmittelbare Anerkennung von Kritikern hinausgeht, insbesondere wenn diese Kritiker aus der eigenen Familie kommen. Die Bemerkung verweist auf die vielleicht unausweichliche Realität, dass Kinder, die später Erwachsene werden, oft eine andere Art von Verständnis und Wertschätzung für das Schaffen ihrer Eltern entwickeln als die direkte Kritik, die von ihnen als Kinder oder aus einer jüngeren Perspektive kommt.

Diese Aussage ruft eine tiefere Reflexion über die Dynamik zwischen Eltern und Kindern hervor, besonders wenn es um das Thema Kreativität und Anerkennung geht. In vielen Fällen können Kinder, die die Schöpfungen ihrer Eltern als 'reif' und etablierte Kritiker betrachten, eine eher anspruchsvolle und distanzierte Haltung entwickeln, die sich negativ auf die kreative Entfaltung der Eltern auswirken könnte. Es ist ein nachdenklicher Hinweis darauf, wie wichtig es ist, in der eigenen Kunst und dem eigenen Schaffen eine langfristige Perspektive zu entwickeln, die nicht zu sehr von der direkten, oft flüchtigen Meinung von Familie und Nahestehenden beeinflusst wird. Walker fordert auf, den Wert der eigenen kreativen Arbeit im Kontext von Zeit und persönlicher Entwicklung zu sehen und nicht ausschließlich in der Kritik des Augenblicks zu definieren.

Zitat Kontext

Alice Walker, eine herausragende afroamerikanische Schriftstellerin, Aktivistin und Literaturnobelpreisträgerin, ist bekannt für ihre Werke, die sich mit Themen wie Rassismus, Frauenrechten und sozialer Gerechtigkeit beschäftigen. Walker ist eine Autorin, die oft persönliche Erfahrungen in ihren Werken verarbeitet und dabei eine starke, authentische Stimme hat. Ihre bekannteste Arbeit ist der Roman „Die Farbe Lila“ (1982), der die Geschichte einer afroamerikanischen Frau im ländlichen Süden der USA erzählt. In ihrer schriftstellerischen Karriere hat Walker immer wieder Themen wie Liebe, Selbstfindung und die Herausforderungen von Frauen in patriarchalischen Gesellschaften behandelt.

Das Zitat spiegelt Walkers eigenes Verständnis von Kreativität und der damit verbundenen Kritik wider. In einem gesellschaftlichen Kontext, der von starken familiären und kulturellen Normen geprägt ist, kann die Rolle von Eltern und Kindern in der Bewertung der eigenen Arbeit besonders komplex sein. Walker erlebte, wie ihre eigene kreative Arbeit sowohl von der Gesellschaft als auch von ihrer Familie und den persönlichen Beziehungen hinterfragt wurde. In diesem Zitat fordert sie eine Perspektive der langfristigen Anerkennung und betont, dass wahre Wertschätzung für Kunst und Literatur oft nicht in der unmittelbaren Reaktion derer liegt, die einem am nächsten stehen, sondern in der Fähigkeit, über Zeit und Generationen hinweg zu wirken. Es spricht zu einer tiefen Wahrheit über die Dynamik von Eltern-Kind-Beziehungen und die Entwicklung des eigenen künstlerischen Schaffens.

Daten zum Zitat

Autor:
Alice Walker
Tätigkeit:
US Schriftstellerin, Dichterin und Aktivistin
Epoche:
Digitale Ära
Emotion:
Keine Emotion