Ein Mensch ist wie eine Bruchrechnung: Sein Zähler zeigt an, was er ist, und sein Nenner, wofür er sich hält. Je größer der Nenner, desto kleiner der Bruch.
- Leo Tolstoi

Klugwort Reflexion zum Zitat
Leo Tolstoi verwendet in diesem Zitat die Metapher der Bruchrechnung, um die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung und tatsächlichem Sein zu verdeutlichen. Der Zähler steht für das, was eine Person tatsächlich ausmacht, der Nenner für das Selbstbild. Je größer der Nenner – also je höher das Selbstbild –, desto kleiner erscheint die Person in Wirklichkeit.
Diese Reflexion fordert dazu auf, Bescheidenheit zu bewahren und das eigene Selbstbild kritisch zu hinterfragen. Ein überhöhtes Selbstverständnis führt dazu, dass tatsächliche Fähigkeiten und Leistungen in den Hintergrund treten.
In einer Gesellschaft, die oft von Selbstinszenierung geprägt ist, mahnt Tolstoi zur Demut. Er erinnert daran, dass wahre Größe nicht in übersteigertem Selbstbild liegt, sondern in dem, was man wirklich tut und bewirkt.
Das Zitat lädt zur Reflexion über Selbsteinschätzung und Authentizität ein und fordert dazu auf, den Fokus auf Taten statt auf bloße Selbstdarstellung zu legen.
Zitat Kontext
Leo Tolstoi (1828–1910) war ein russischer Schriftsteller und Philosoph, bekannt für seine Werke wie *Krieg und Frieden* und *Anna Karenina*. Er setzte sich intensiv mit moralischen und gesellschaftlichen Fragen auseinander.
Das Zitat reflektiert Tolstois kritische Haltung gegenüber Eitelkeit und Selbstüberschätzung. In einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche sah er die Notwendigkeit, sich auf wahre Werte und authentisches Handeln zu konzentrieren.
Seine Gedanken sind auch heute relevant, da sie zur Reflexion über Selbstwahrnehmung und die Bedeutung von Demut in einer oft oberflächlichen Welt anregen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Leo Tolstoi
- Tätigkeit:
- russischer Schriftsteller
- Epoche:
- Realismus
- Mehr?
- Alle Leo Tolstoi Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion