Ein guter Aufsatz muss diese dauerhafte Qualität haben; er muss seinen Vorhang um uns ziehen, aber es muss ein Vorhang sein, der uns nicht ausschließt.
- Virginia Woolf

Klugwort Reflexion zum Zitat
Dieses Zitat von Virginia Woolf beschreibt auf poetische Weise die Qualitäten eines gelungenen Aufsatzes. Woolf betont, dass ein Aufsatz den Leser umfangen soll, ähnlich einem Vorhang, der Schutz und Intimität bietet, aber gleichzeitig transparent genug ist, um Offenheit und Zugang zu ermöglichen.\n\nWoolfs Aussage regt zum Nachdenken über das Schreiben und die Kommunikation an. Ein guter Text muss eine Balance finden: Er soll fesseln und einladen, ohne zu überwältigen oder zu verschließen. Der Leser sollte das Gefühl haben, Teil des Gedankengangs zu sein, statt ausgeschlossen oder überfordert zu werden. Dies fordert vom Autor sowohl handwerkliches Können als auch Einfühlungsvermögen.\n\nDie Metapher des Vorhangs impliziert auch, dass ein guter Aufsatz Raum für Interpretation und persönliche Reflexion lässt. Er sollte nicht alles vorgeben, sondern den Leser dazu anregen, eigene Gedanken und Perspektiven zu entwickeln. Woolf erinnert uns daran, dass Schreiben nicht nur ein Akt der Selbstdarstellung ist, sondern auch ein Dialog mit dem Leser.\n\nIn einer Zeit, in der Texte oft schnell konsumiert werden, bleibt diese Botschaft von Woolf aktuell. Sie fordert uns auf, Tiefe und Dauerhaftigkeit in unserem Schreiben zu suchen und darauf zu achten, wie wir unsere Leser einbeziehen und inspirieren können.
Zitat Kontext
Virginia Woolf, eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen der Moderne, war bekannt für ihren innovativen Stil und ihre tiefgründigen Essays. Dieses Zitat reflektiert ihre Auffassung von Literatur als Kunst, die nicht nur informiert, sondern auch eine emotionale Verbindung zwischen Autor und Leser herstellt.\n\nWoolf schrieb in einer Zeit großer literarischer und gesellschaftlicher Umwälzungen. Ihre Werke wie "A Room of One's Own" oder "Mrs. Dalloway" brachen mit traditionellen Erzählweisen und legten den Fokus auf die inneren Welten ihrer Figuren und die Komplexität menschlicher Erfahrungen. Dieses Zitat stammt vermutlich aus einem ihrer Essays über das Schreiben und die Natur der Literatur.\n\nHistorisch gesehen steht Woolfs Aussage im Kontext der Moderne, die das Verhältnis zwischen Autor, Text und Leser neu definierte. Sie plädiert für eine Literatur, die zugänglich bleibt, aber dennoch anspruchsvoll und bedeutungsvoll ist.\n\nAuch heute ist diese Idee relevant, insbesondere in einer Welt, in der Aufmerksamkeitsspannen oft kurz sind und Texte manchmal oberflächlich wirken. Woolfs Worte ermutigen Autoren, ihre Leser nicht nur zu informieren, sondern sie auch emotional und intellektuell zu erreichen, indem sie Raum für Reflexion und Verbindung schaffen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Virginia Woolf
- Tätigkeit:
- brit. Schriftstellerin
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion