Ein Blick ins Glas gibt mehr Sehschärfe als das beste Scherenfernrohr.

- Joachim Ringelnatz

Klugwort Reflexion zum Zitat

Joachim Ringelnatz’ Aussage „Ein Blick ins Glas gibt mehr Sehschärfe als das beste Scherenfernrohr“ ist eine humorvolle und zugleich nachdenkliche Metapher, die sich auf das Glas als Symbol für Alkohol bezieht. Der Dichter spielt darauf an, dass der Konsum von Alkohol oft die Wahrnehmung und das Empfinden verändert – manchmal auf eine scheinbar ‚klarsichtige‘ Weise. Diese vermeintliche ‚Sehschärfe‘ ist jedoch meist eine Illusion, die durch die enthemmende und entspannende Wirkung des Alkohols entsteht.

Das Zitat lädt dazu ein, über die Wirkung von Alkohol auf unsere Wahrnehmung und unser Verhalten nachzudenken. Es zeigt, wie Menschen in schwierigen Momenten oft Trost oder eine alternative Sichtweise suchen, sei es durch Alkohol oder andere Mittel, die die Realität scheinbar leichter oder angenehmer machen. Doch zugleich erinnert uns der Vergleich mit dem Scherenfernrohr daran, dass diese Klarheit nicht objektiv ist, sondern eine subjektive Wahrnehmung, die von der Wirklichkeit abweichen kann.

Die Aussage regt zur Reflexion an: Welche ‚Hilfsmittel‘ nutzen wir, um mit der Realität umzugehen? Und wie oft führt uns diese vermeintliche Schärfe tatsächlich in die Irre? Ringelnatz’ Worte sind humorvoll, aber sie mahnen auch zur Vorsicht, wie wir unsere Wahrnehmung manipulieren und welche Konsequenzen dies haben kann.

Zitat Kontext

Joachim Ringelnatz (1883–1934), ein deutscher Schriftsteller und Kabarettist, war bekannt für seinen skurrilen Humor und seine poetischen Reflexionen über den Alltag. Dieses Zitat spiegelt seine Fähigkeit wider, scheinbar banale Themen mit Witz und Tiefe zu behandeln.

In der Zeit von Ringelnatz war Alkohol ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens, oft als Mittel zur Entspannung oder Flucht aus den Herausforderungen des Alltags genutzt. Seine ironische Bemerkung könnte als Kommentar auf den exzessiven Gebrauch von Alkohol verstanden werden, der nicht selten zu einer verzerrten Wahrnehmung führte.

Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es universelle Fragen zur menschlichen Suche nach Trost, Klarheit und Perspektive anspricht. Es erinnert uns daran, kritisch zu hinterfragen, wie wir mit Herausforderungen umgehen und welche Werkzeuge oder ‚Brillen‘ wir nutzen, um die Welt zu sehen – und ob diese uns wirklich weiterbringen oder nur eine vorübergehende Illusion bieten.

Daten zum Zitat

Autor:
Joachim Ringelnatz
Tätigkeit:
Schriftsteller | Kabarettist | Seemann
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion