Ein Autor wird am dunkelsten, wenn er Sätze sagt, die er 1000mal dachte und die, in seinem Innern lang erzogen, er nicht erst auf dem Pulte erfand, wo er sie gab. Andere entwickeln sich und dem Leser zugleich die Sache.
- Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean Pauls Zitat beleuchtet die Herausforderung, Gedanken, die einem Autor klar und selbstverständlich erscheinen, so zu formulieren, dass sie auch für den Leser verständlich bleiben. Es beschreibt die Gefahr, dass tief durchdachte und lang gehegte Überlegungen im Schreibprozess unklar werden, weil der Autor vergisst, die Entwicklung des Gedankens für den Leser nachvollziehbar zu machen. Dies regt dazu an, über die Beziehung zwischen Schreibendem und Lesendem nachzudenken: Wie oft setzen wir in unserer Kommunikation voraus, dass andere unsere Gedankengänge automatisch verstehen? Jean Paul erinnert daran, dass die Kunst des Schreibens darin besteht, Leser auf die Reise mitzunehmen und sie nicht durch vorausgesetztes Wissen oder verkürzte Erklärungen zurückzulassen.
Zitat Kontext
Jean Paul, ein Meister der deutschen Romantik, war für seinen unverwechselbaren Stil bekannt, der oft humorvoll, tiefgründig und manchmal herausfordernd zu lesen war. Dieses Zitat spiegelt seine Selbstreflexion als Autor wider, der die Balance zwischen persönlicher Tiefe und Leserfreundlichkeit suchte. Es entstand in einer Zeit, in der Literatur zunehmend von einem breiteren Publikum gelesen wurde, und zeigt seine Sensibilität für die Herausforderung, komplexe Gedanken in einer zugänglichen Weise zu vermitteln. Der Vergleich zwischen 'entwickeln' und 'geben' verdeutlicht, wie unterschiedlich Autoren mit ihren Lesern interagieren können – entweder als Begleiter auf einem Erkenntnisweg oder als bloße Überbringer fertiger Ideen. Jean Pauls Worte sind auch heute relevant, da sie an die Verantwortung erinnern, klare Kommunikation zu pflegen und sich in die Perspektive des Lesers hineinzuversetzen, um echte Verständigung zu ermöglichen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean Paul
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion