Die Priesterin darf aus dem Tempel nicht gehen. Du bewahrst die heilige Flamme, du bewahrst im Stillen das Schöne, daß ich es wiederfinde bei dir.

- Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin

Klugwort Reflexion zum Zitat

Friedrich Hölderlin beschreibt in diesem Zitat die Rolle einer 'Priesterin', die als Symbol für Hingabe und Bewahrung dient. Die heilige Flamme steht für etwas Kostbares und Schönes, das durch ihre Pflege erhalten bleibt. Diese Metapher betont die Verantwortung, die Schönheit, das Heilige und die Inspiration zu bewahren, damit sie wiederentdeckt werden können.

Das Zitat spricht von einer stillen, aber bedeutenden Rolle: Die Priesterin verlässt den Tempel nicht, sondern widmet sich unermüdlich ihrer Aufgabe. Es ist ein Bild der inneren Beständigkeit und Treue zu einem höheren Zweck. Diese Haltung erinnert daran, wie wichtig es ist, Werte, Ideale und das Schöne in einer Welt zu bewahren, die oft von Vergänglichkeit und Ablenkung geprägt ist.

Hölderlin hebt die Bedeutung des Stillen hervor. Das Schöne wird nicht laut gefeiert, sondern in der Zurückgezogenheit bewahrt. Dies lädt dazu ein, über die eigene Verantwortung nachzudenken, etwas Wertvolles zu schützen, selbst wenn es im Verborgenen geschieht. Gleichzeitig erinnert das Bild daran, dass diese Hingabe nicht um ihrer selbst willen geschieht, sondern dazu dient, dass andere die Schönheit wiederfinden können.

Die Botschaft inspiriert dazu, innere Stärke und Hingabe zu kultivieren. Sie zeigt, dass wahre Schönheit und Inspiration in der Achtsamkeit und Pflege des Wesentlichen liegen. Hölderlins Worte sind eine Einladung, sich der eigenen Verantwortung bewusst zu werden, das Schöne – in welcher Form auch immer – zu bewahren und weiterzugeben.

Zitat Kontext

Friedrich Hölderlin, einer der bedeutendsten deutschen Dichter der Romantik, war bekannt für seine poetischen Reflexionen über das Schöne, das Heilige und die Natur. Seine Werke sind oft von einer tiefen spirituellen und philosophischen Dimension geprägt und stellen die Verbindung zwischen Mensch, Natur und Transzendenz in den Mittelpunkt.

Dieses Zitat spiegelt die romantische Vorstellung von Beständigkeit und innerer Hingabe wider. Es entstand in einer Zeit, in der viele Künstler und Dichter nach Wegen suchten, die flüchtige Schönheit des Lebens festzuhalten und zu bewahren. Die Figur der Priesterin symbolisiert diese Rolle als Hüterin des Heiligen und Schönen.

Auch heute hat Hölderlins Botschaft Bedeutung, da sie zur Achtsamkeit und Wertschätzung des Schönen aufruft. In einer schnelllebigen Welt, die oft von Oberflächlichkeit geprägt ist, erinnert uns dieses Zitat daran, die Essenz des Schönen zu bewahren und die Inspiration, die daraus entsteht, weiterzugeben.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Hölderlin
Tätigkeit:
deutscher Dichter
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion