Die Liebe sucht nicht sich selbst zu gefallen und kümmert sich auch nicht um sich selbst, sondern gibt sich für andere hin und baut einen Himmel in der Verzweiflung der Hölle.
- William Blake

Klugwort Reflexion zum Zitat
William Blake beschreibt in diesem Zitat eine selbstlose, hingebungsvolle Liebe, die nicht nach persönlichem Nutzen strebt, sondern sich ganz dem Wohl anderer widmet. Er zeichnet ein Bild der Liebe als schöpferische Kraft, die selbst in den dunkelsten Momenten einen Himmel erschaffen kann.
Diese Betrachtung verweist auf die tiefe spirituelle und transformative Kraft wahrer Liebe. Sie existiert nicht zum Selbstzweck, sondern entfaltet sich durch Geben und Aufopferung. Blake zeigt damit eine Idealvorstellung der Liebe, die frei von Egoismus ist und gerade in schwierigen Zeiten ihre größte Stärke beweist.
Das Zitat regt dazu an, über unsere eigene Auffassung von Liebe nachzudenken. Lieben wir, um etwas zurückzubekommen, oder weil Liebe an sich wertvoll ist? Können wir in schwierigen Zeiten durch Liebe Hoffnung und Kraft schaffen? Blake fordert uns auf, die Liebe nicht als Besitz oder Anspruch zu betrachten, sondern als eine bedingungslose Gabe, die selbst in der tiefsten Verzweiflung Licht bringt.
Kritisch könnte man fragen, ob eine solche Vorstellung von Liebe nicht zu idealistisch oder gar selbstzerstörerisch ist. Kann ein Mensch sich gänzlich für andere aufopfern, ohne dabei selbst zu verlieren? Doch Blakes Worte laden dazu ein, Liebe als etwas Höheres zu betrachten – nicht als Mittel zum Zweck, sondern als eine Kraft, die über das Individuum hinausgeht und das Potenzial hat, selbst in dunklen Momenten Hoffnung zu schaffen.
Zitat Kontext
William Blake (1757–1827) war ein britischer Dichter, Maler und Mystiker, dessen Werke oft spirituelle, visionäre und gesellschaftskritische Elemente vereinten.
Das Zitat steht im Kontext seiner romantischen und mystischen Vorstellungen von Liebe als einer göttlichen Kraft, die nicht an persönliche Bedürfnisse gebunden ist, sondern aus sich selbst heraus existiert. In vielen seiner Werke setzt er sich mit dem Gegensatz zwischen Licht und Dunkelheit, Hoffnung und Verzweiflung auseinander.
Historisch betrachtet, lebte Blake in einer Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche. Sein Werk war oft eine Reaktion auf die Industrialisierung und die Entfremdung des Menschen von spirituellen und emotionalen Werten. Sein Zitat kann als Plädoyer für eine Liebe verstanden werden, die nicht berechnet oder konsumiert, sondern gibt und verändert.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In einer Welt, in der Liebe oft als etwas betrachtet wird, das Nutzen bringen oder persönliche Erfüllung garantieren soll, stellt sich die Frage: Können wir uns Liebe vorstellen, die über das eigene Ich hinausgeht? Blakes Worte laden dazu ein, über eine tiefere, transformative Liebe nachzudenken – eine, die selbst in schwierigen Zeiten Hoffnung schafft.
Daten zum Zitat
- Autor:
- William Blake
- Tätigkeit:
- englischer Dichter, Künstler und Drucker
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion