Die Gesellschaft ist in jedem Zustand ein Segen, aber die Regierung ist selbst in ihrem besten Stadium nur ein notwendiges Übel; in ihrem schlimmsten Zustand ist sie unerträglich.
- Thomas Paine

Klugwort Reflexion zum Zitat
Thomas Paine bringt in diesem Zitat eine grundlegende Skepsis gegenüber staatlicher Autorität zum Ausdruck. Er unterscheidet zwischen Gesellschaft und Regierung – zwei Konzepte, die oft als synonym betrachtet werden, aber grundlegend verschieden sind.
Während die Gesellschaft das natürliche Zusammenleben von Menschen beschreibt und als etwas Positives gilt, ist die Regierung eine künstliche Institution, die notwendigerweise Einschränkungen mit sich bringt. In ihrem besten Zustand schützt sie Rechte und fördert das Gemeinwohl. Doch sobald sie übergriffig wird, kann sie zur Quelle von Unterdrückung und Ungerechtigkeit werden.
Paines Denken ist eng mit den Ideen der Aufklärung und des Liberalismus verbunden. Sein Zitat fordert dazu auf, Regierungen kritisch zu hinterfragen und sich gegen Machtmissbrauch zu wehren. Diese Haltung hat nichts an Aktualität verloren – in Zeiten autoritärer Tendenzen, übermäßiger Bürokratie und politischer Machtkonzentration bleibt die Balance zwischen Freiheit und Kontrolle eine zentrale Herausforderung.
Das Zitat regt zum Nachdenken darüber an, wie viel Regulierung notwendig ist und wo der Staat möglicherweise zu weit geht. Es erinnert uns daran, dass Regierungen stets in der Verantwortung stehen, den Menschen zu dienen – nicht umgekehrt.
Zitat Kontext
Thomas Paine (1737–1809) war ein einflussreicher politischer Denker und Schriftsteller, der eine Schlüsselrolle in der Amerikanischen und Französischen Revolution spielte. Sein bekanntestes Werk, „Common Sense“ (1776), war ein entscheidender Faktor für die Unabhängigkeitsbewegung der Vereinigten Staaten.
Dieses Zitat stammt aus seiner Schrift „Common Sense“, in der er sich kritisch mit der britischen Monarchie und dem Konzept der Regierung auseinandersetzt. Paine war ein Verfechter der individuellen Freiheit und sah staatliche Macht als ein potenziell gefährliches Werkzeug, das ständig überwacht und eingeschränkt werden sollte.
Sein Denken hatte tiefgreifende Auswirkungen auf die Entwicklung moderner Demokratien. Die Skepsis gegenüber staatlicher Macht findet sich in vielen liberalen und libertären Strömungen bis heute wieder.
Paines Warnung bleibt aktuell: Die Debatten über staatliche Kontrolle, Bürgerrechte und Freiheit sind in modernen Gesellschaften allgegenwärtig. Sein Zitat erinnert uns daran, dass eine Regierung, die nicht begrenzt wird, schnell zur Gefahr für die Menschen werden kann.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Thomas Paine
- Tätigkeit:
- brit.-amerik. politischer Aktivist, Schriftsteller und Intellektueller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion