Die Auferstehung ist die einfachste Sache der Welt. Der, der den Menschen einmal geschaffen hat, kann ihn auch zum zweiten Male schaffen.
- Voltaire

Klugwort Reflexion zum Zitat
Voltaire, bekannt für seinen scharfsinnigen Humor und seine kritische Haltung gegenüber religiösen Dogmen, bringt in diesem Zitat seine ironische Sicht auf die Idee der Auferstehung zum Ausdruck. Indem er die Auferstehung als „die einfachste Sache der Welt“ bezeichnet, lenkt er die Aufmerksamkeit auf die Macht, die einem Schöpfergott zugeschrieben wird, und stellt diese Vorstellung gleichzeitig auf eine provokant nüchterne Weise dar.
Das Zitat lädt dazu ein, die Beziehung zwischen Glaube, Vernunft und den Grenzen menschlicher Vorstellungskraft zu hinterfragen. Voltaires pointierte Aussage erinnert uns daran, wie selbstverständlich bestimmte Glaubenssätze oft akzeptiert werden, ohne dass ihre Implikationen oder Logik hinterfragt werden. Die Möglichkeit einer ‚zweiten Schöpfung‘ wird von Voltaire bewusst trivialisiert, um die Komplexität und Widersprüchlichkeit solcher Ideen offenzulegen.
Gleichzeitig könnte das Zitat als ein Plädoyer für eine pragmatische Sichtweise auf metaphysische Konzepte gelesen werden. Wenn man an die Idee eines allmächtigen Schöpfers glaubt, warum sollte die Auferstehung dann tatsächlich etwas Unvorstellbares oder Übernatürliches sein? Voltaire fordert uns heraus, entweder die Logik solcher Glaubenssysteme konsequent zu akzeptieren oder ihre Grundlage kritisch zu reflektieren.
Das Zitat inspiriert dazu, die eigene Haltung zu spirituellen und metaphysischen Themen zu überdenken. Es erinnert daran, dass ironische Distanz und Rationalität wertvolle Werkzeuge sind, um traditionelle Vorstellungen auf ihre innere Konsistenz zu überprüfen, und dass der Dialog zwischen Glauben und Vernunft eine tiefere Reflexion über die Welt und ihre Mysterien ermöglichen kann.
Zitat Kontext
Voltaire, einer der zentralen Denker der Aufklärung, war bekannt für seine kritische Haltung gegenüber der Kirche und religiösen Dogmen. Sein Werk strebte danach, die Vernunft über den blinden Glauben zu stellen und den Menschen dazu zu ermutigen, seine Überzeugungen kritisch zu hinterfragen.
Dieses Zitat spiegelt Voltaires Auseinandersetzung mit den zentralen Konzepten des Christentums, insbesondere der Auferstehung, wider. In einer Zeit, in der die Kirche großen Einfluss auf das Leben der Menschen hatte, war es eine mutige und provokante Aussage, solche Dogmen mit Ironie zu betrachten. Voltaires Worte richten sich nicht nur gegen die buchstäbliche Vorstellung der Auferstehung, sondern auch gegen die Neigung, komplexe metaphysische Ideen ungeprüft zu akzeptieren.
Heute bleibt das Zitat relevant, da es zur kritischen Reflexion über Glaubenssysteme und deren Bedeutung in der modernen Gesellschaft auffordert. Es erinnert daran, dass Glaube und Vernunft keine Gegensätze sein müssen, sondern im Dialog miteinander die Möglichkeit bieten, tiefere Einsichten über die menschliche Existenz und ihre Grenzen zu gewinnen. Voltaires ironischer Ton inspiriert dazu, festgefahrene Vorstellungen humorvoll und kritisch zu hinterfragen, ohne dabei die Suche nach Sinn und Wahrheit aus den Augen zu verlieren.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Voltaire
- Tätigkeit:
- französischen Schriftsteller, Philosoph und Intellektueller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion