Der Sträfling gehört gewissermaßen nicht mehr zu den Lebenden. Das Gesetz hat ihm das ganze Maß an Menschlichkeit aberkannt, das es einem Menschen wegnehmen kann.

- Victor Hugo

Victor Hugo

Klugwort Reflexion zum Zitat

Victor Hugo kritisiert in diesem Zitat die Entmenschlichung von Straftätern durch das Justizsystem. Er beschreibt, wie das Gesetz nicht nur die Freiheit, sondern auch einen Teil der menschlichen Würde nimmt. Der Sträfling wird gesellschaftlich isoliert und verliert damit seine Stellung als vollwertiges Mitglied der Gemeinschaft.

Diese Reflexion fordert dazu auf, über die ethischen Grenzen von Strafe nachzudenken. Hugo mahnt, dass Gerechtigkeit nicht zur völligen Auslöschung der Menschlichkeit führen darf. Bestrafung sollte der Rehabilitation und nicht der vollständigen Entwürdigung dienen.

Angesichts aktueller Diskussionen über Strafvollzug und Resozialisierung bleibt diese Botschaft hochaktuell. Sie fordert dazu auf, über den menschlichen Umgang mit Schuld und Strafe nachzudenken.

Das Zitat inspiriert dazu, das Konzept von Gerechtigkeit zu hinterfragen und Strafe nicht mit der Aufgabe von Mitmenschlichkeit gleichzusetzen.

Zitat Kontext

Victor Hugo (1802–1885) war ein französischer Schriftsteller und ein bedeutender Vertreter der Romantik. In seinen Werken setzte er sich häufig mit sozialen Ungerechtigkeiten und den Schwächen des Rechtssystems auseinander.

Dieses Zitat spiegelt Hugos kritische Haltung gegenüber der Entmenschlichung von Straftätern wider, wie er sie auch in seinem Werk *Les Misérables* thematisierte.

Seine Gedanken bleiben aktuell, da sie zur Reflexion über Menschenwürde, Strafe und gesellschaftliche Verantwortung anregen.

Daten zum Zitat

Autor:
Victor Hugo
Tätigkeit:
Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion