Der Haß, den man auf verloschne Freundschaft pfropfet, muß, unter allen, die tödlichsten Früchte bringen; – oder ich kenne das menschliche Herz zu wenig.
- Gotthold Ephraim Lessing

Klugwort Reflexion zum Zitat
Gotthold Ephraim Lessing beschreibt in diesem Zitat die zerstörerische Kraft von Hass, der aus zerbrochenen Freundschaften entsteht. Während Enttäuschung und Trauer nach dem Ende einer Freundschaft natürliche Reaktionen sind, kann daraus erwachsender Hass besonders gefährlich und schädlich sein. Die emotionale Nähe, die einst bestand, verwandelt sich in das Gegenteil – intensive Abneigung oder Feindseligkeit.
Dieses Zitat regt zum Nachdenken darüber an, wie emotional enge Beziehungen in Konflikte umschlagen können. Der Hass, der aus enttäuschter Zuneigung entsteht, ist oft intensiver, da er auf tiefer Verletzung basiert. Er kann zu langfristigen Feindschaften, Verbitterung und sogar destruktivem Verhalten führen.
Lessing mahnt indirekt zur Reflexion und Vergebung. Der Übergang von Freundschaft zu Feindschaft sollte hinterfragt werden, um nicht in einem Kreislauf aus Hass und Vergeltung zu verharren. Statt Hass zu nähren, sollte man versuchen, Enttäuschungen zu verarbeiten und loszulassen.
In einer Zeit, in der soziale Beziehungen oft durch Missverständnisse und Konflikte belastet sind, bleibt diese Botschaft relevant. Sie fordert zur Selbstreflexion und zum konstruktiven Umgang mit zerbrochenen Beziehungen auf.
Zitat Kontext
Gotthold Ephraim Lessing (1729–1781) war ein bedeutender deutscher Dichter, Dramatiker und Philosoph der Aufklärung. Er setzte sich in seinen Werken für Toleranz, Vernunft und Menschlichkeit ein.
Das Zitat stammt aus einer Epoche, in der persönliche Ehre und soziale Beziehungen zentrale gesellschaftliche Werte waren. Freundschaften und Feindschaften hatten oft weitreichende Konsequenzen, insbesondere im intellektuellen und politischen Umfeld.
Lessing erkannte die destruktive Kraft von Hass, besonders wenn er aus engen Beziehungen erwächst. Seine Werke betonen häufig die Bedeutung von Verständnis, Toleranz und der Überwindung persönlicher Differenzen.
Heute ist diese Botschaft aktueller denn je. In einer Welt, in der soziale Netzwerke und digitale Kommunikation Konflikte schnell eskalieren lassen, bleibt Lessings Appell zur Reflexion und zum Verzicht auf Hass eine zeitlose Mahnung.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Gotthold Ephraim Lessing
- Tätigkeit:
- deutscher Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Dramatiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion