Der dem Stolz wesensgemäße Ort ist die Weisheit: Denn man kann einem Menschen nicht zugestehn, dass er weise geworden ist, und ihm zugleich sagen, dass er Unrecht hat, sich dessen zu rühmen.

- Blaise Pascal

Blaise Pascal

Klugwort Reflexion zum Zitat

Pascal beschreibt hier das paradoxe Verhältnis zwischen Weisheit und Stolz.

Einerseits ist Weisheit eine der höchsten Errungenschaften des menschlichen Geistes – andererseits wird Stolz oft als hinderlich für wahre Weisheit betrachtet. Pascal deutet jedoch an, dass es unmöglich ist, jemanden als weise anzuerkennen und ihm gleichzeitig das Recht zu verweigern, darauf stolz zu sein.

Das Zitat fordert uns auf, über die Natur von Weisheit nachzudenken. Gehört Bescheidenheit notwendigerweise dazu? Oder ist ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein unvermeidlich?

Pascal erinnert uns daran, dass Weisheit nicht nur aus Wissen besteht, sondern auch aus der Fähigkeit, die eigene Position reflektiert zu betrachten – mit oder ohne Stolz.

Zitat Kontext

Blaise Pascal war ein Mathematiker, Physiker und Philosoph, der sich intensiv mit theologischen und erkenntnistheoretischen Fragen beschäftigte.

Sein Zitat steht im Kontext seiner Überlegungen über menschliche Eitelkeit und die Schwierigkeit, Weisheit mit Demut zu vereinen. Er erkannte, dass wahre Weisheit oft mit Bescheidenheit einhergeht, gleichzeitig aber auch eine Form des Stolzes auf die eigene Erkenntnis mit sich bringen kann.

Auch heute bleibt diese Reflexion relevant. In einer Welt, die Wissen und Expertise schätzt, stellt sich die Frage: Ist es legitim, stolz auf Wissen zu sein? Pascal erinnert uns daran, dass Weisheit und Stolz eine komplexe Beziehung zueinander haben – eine, die nach Balance verlangt.

Daten zum Zitat

Autor:
Blaise Pascal
Tätigkeit:
franz. Mathematiker, Physiker, Erfinder, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion