Baue keine Treppe von guten Werken, um den Himmel zu erreichen. Der Himmel ist weit weg von guten Leuten und nur einen Schritt weg von einem Sünder.

- Corrie Ten Boom

Corrie Ten Boom

Klugwort Reflexion zum Zitat

Corrie Ten Booms Zitat ist eine kraftvolle Aussage über Gnade und die Natur des Glaubens. Sie kritisiert die Vorstellung, dass der Himmel – als Symbol für Erlösung oder Transzendenz – durch gute Taten verdient werden kann. Stattdessen betont sie, dass die Nähe zu Gott nicht von moralischer Perfektion, sondern von der Demut und Bereitschaft abhängt, Gnade anzunehmen.

Das Bild der 'Treppe aus guten Werken' symbolisiert den Versuch, durch eigene Anstrengungen spirituelle Erfüllung oder Erlösung zu erreichen. Ten Boom argumentiert, dass solche Bemühungen uns von der wahren Essenz des Glaubens ablenken können: der Akzeptanz, dass wir ohne göttliche Gnade unvollständig sind. Der 'eine Schritt' des Sünders steht für die unmittelbare Möglichkeit der Vergebung und der Nähe zu Gott, unabhängig von bisherigen Fehlern oder Unvollkommenheiten.

Dieses Zitat lädt dazu ein, über die eigene Motivation und Haltung in Bezug auf moralisches Handeln nachzudenken. Es stellt die Frage, ob gute Taten aus einer Verpflichtung oder aus einem tiefen inneren Wunsch heraus entstehen. Ten Boom erinnert daran, dass moralische Taten wertvoll sind, aber nicht als Mittel zum Zweck der Erlösung dienen sollten.

Letztlich ist ihre Botschaft eine Einladung zur Demut und zur Akzeptanz, dass spirituelle Nähe nicht verdient, sondern durch Gnade geschenkt wird. Es ermutigt dazu, aufrichtig und ehrlich mit den eigenen Fehlern umzugehen, während man gleichzeitig auf die transformative Kraft von Vergebung und Gnade vertraut.

Zitat Kontext

Corrie Ten Boom, eine niederländische Christin und Holocaust-Überlebende, war bekannt für ihre tiefen spirituellen Einsichten und ihren unerschütterlichen Glauben. Dieses Zitat spiegelt ihre Überzeugung wider, dass wahre spirituelle Erfüllung nicht durch menschliche Anstrengungen, sondern durch die Annahme göttlicher Gnade erreicht wird.

Historisch gesehen äußerte Ten Boom solche Gedanken in einer Zeit, in der sie als Sprecherin und Autorin Menschen ermutigte, ihre Beziehung zu Gott zu vertiefen. Ihre Erfahrungen im Konzentrationslager und ihr Einsatz für die Rettung von Juden während des Zweiten Weltkriegs verliehen ihren Worten eine besondere Authentizität.

Das Zitat bleibt heute relevant, da es universelle Fragen über den Wert von moralischen Taten und den Zugang zu spiritueller Erfüllung anspricht. Es lädt dazu ein, die Beziehung zwischen menschlicher Unvollkommenheit und göttlicher Gnade zu reflektieren, und erinnert daran, dass wahre Nähe zu Gott durch Aufrichtigkeit und Demut erreicht wird, nicht durch Perfektion.

Daten zum Zitat

Autor:
Corrie Ten Boom
Tätigkeit:
niederl. Christin, Autorin und Überlebende des Holocausts
Epoche:
Nachkriegszeit
Emotion:
Keine Emotion