Aber das hat jeder empfunden: den Knack, den es zwischen seiner Generation und der seiner Eltern gegeben hat, den Fortschritt, die aufbegehrende Opposition, die da sagte: Achtung! Jetzt kommen wir!
- Kurt Tucholsky

Klugwort Reflexion zum Zitat
Kurt Tucholsky beschreibt hier das generationenübergreifende Spannungsverhältnis zwischen Alt und Jung. Er erkennt, dass jede neue Generation das Bedürfnis hat, sich von der vorhergehenden abzugrenzen und ihre eigenen Werte und Ideen zu etablieren.
Diese Aussage verdeutlicht ein universelles Muster in der Gesellschaft: Fortschritt geschieht oft durch den Bruch mit alten Strukturen, durch Widerspruch und durch das Aufbegehren gegen bestehende Normen. Jede Generation sieht sich selbst als Vorreiter neuer Ideen – während die vorherige oft mit Skepsis oder Widerstand reagiert.
Dieses Zitat fordert uns auf, über unsere eigene Position in diesem ewigen Kreislauf nachzudenken. Fühlen wir uns als Teil einer aufstrebenden, veränderungsbereiten Jugend? Oder neigen wir dazu, jüngere Generationen für ihre Neuerungen zu kritisieren? Tucholsky erinnert uns daran, dass Wandel unausweichlich ist – und dass jede Generation ihren eigenen Moment des Aufbruchs erlebt.
Besonders heute, in einer Welt, in der gesellschaftlicher Wandel und technologische Entwicklungen immer schneller voranschreiten, bleibt seine Einsicht relevant. Er zeigt uns, dass der Konflikt zwischen den Generationen nicht nur unvermeidlich, sondern oft der Motor für Fortschritt und Erneuerung ist.
Zitat Kontext
Kurt Tucholsky (1890–1935) war ein deutscher Schriftsteller und Satiriker, bekannt für seine scharfsinnigen Gesellschaftsanalysen und seine Kritik an politischen und kulturellen Entwicklungen.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner Beobachtungen über soziale Dynamiken und Generationenkonflikte. Tucholsky erkannte, dass jede neue Generation sich als Revolutionär empfindet – nur um später selbst mit neuen Umwälzungen konfrontiert zu werden.
Der historische Kontext zeigt, dass Tucholsky in einer Zeit lebte, in der sich Gesellschaften rasant veränderten – von der Kaiserzeit über die Weimarer Republik bis hin zum aufkommenden Faschismus. Seine Worte reflektieren das ständige Ringen um Fortschritt und den Konflikt zwischen Bewahrung und Erneuerung.
Auch heute bleibt seine Botschaft bedeutend. In einer Welt, in der ältere Generationen oft skeptisch auf junge Bewegungen blicken, erinnert uns sein Zitat daran, dass gesellschaftlicher Wandel eine Konstante ist – und dass jede Generation ihren Moment des Umbruchs hat.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Kurt Tucholsky
- Tätigkeit:
- Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion