Abend wards und wurde Morgen, Nimmer, nimmer stand ich still, Aber immer bliebs verborgen, Was ich suche, was ich will.

- Friedrich Schiller

Friedrich Schiller

Klugwort Reflexion zum Zitat

Friedrich Schillers Verse fangen die Rastlosigkeit und das Streben der menschlichen Existenz ein. Sie beschreiben den unaufhörlichen Fluss der Zeit und den unermüdlichen Versuch, einem tief verborgenen Ziel oder Sinn näherzukommen, das jedoch im Verborgenen bleibt.

Die Zeilen rufen ein Gefühl der Verlorenheit und gleichzeitig der Hoffnung hervor. Der Wechsel von Abend und Morgen symbolisiert die zyklische Natur des Lebens: Ein Tag folgt auf den nächsten, doch der innere Antrieb des Menschen bleibt ungeklärt. Die Rastlosigkeit, die Schiller beschreibt, könnte auf den Wunsch nach Selbsterkenntnis, Erfolg oder einem höheren Sinn hinweisen – Themen, die universell sind und auch in der modernen Welt eine zentrale Rolle spielen.

Diese Reflexion lädt dazu ein, das eigene Streben zu hinterfragen. Ist das, wonach wir suchen, tatsächlich erreichbar, oder ist es die Suche selbst, die unserem Leben Bedeutung verleiht? Schillers Worte fordern uns auf, die Balance zwischen Bewegung und Ruhe zu finden, zwischen dem Wunsch nach Fortschritt und der Akzeptanz dessen, was ist.

Das Gedicht ist ein Spiegelbild des menschlichen Daseins, in dem Streben und Unsicherheit untrennbar miteinander verbunden sind. Es regt dazu an, die eigenen Wünsche zu reflektieren und zu erkennen, dass die Suche selbst ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Erfahrung ist.

Zitat Kontext

Friedrich Schiller, einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Denker, thematisiert in diesen Zeilen zentrale Aspekte seiner philosophischen und poetischen Weltsicht. Sein Werk ist geprägt von der Suche nach Freiheit, Sinn und der Überwindung menschlicher Begrenzungen.

Im Kontext von Schillers Zeit, dem ausgehenden 18. Jahrhundert, spiegeln die Verse die Ideale und Zweifel der Aufklärung wider. Der Mensch war zunehmend mit der Frage nach seinem Platz in einer sich verändernden Welt konfrontiert, in der traditionelle Gewissheiten durch wissenschaftliche Fortschritte und gesellschaftliche Umwälzungen infrage gestellt wurden. Die Rastlosigkeit, die Schiller hier beschreibt, kann auch als Reflexion über den Zustand der Menschheit in einer Zeit des Umbruchs verstanden werden.

Auch heute bleiben Schillers Worte aktuell. In einer Welt, die von ständiger Bewegung und Selbstoptimierung geprägt ist, fühlen sich viele Menschen getrieben, ohne das Ziel ihrer Suche klar zu erkennen. Schillers Gedicht erinnert daran, dass diese Rastlosigkeit eine universelle Erfahrung ist, die Menschen seit Jahrhunderten begleitet.

Die zeitlose Qualität dieser Verse liegt in ihrer Fähigkeit, die inneren Kämpfe und Sehnsüchte des Menschen zu erfassen. Sie laden dazu ein, innezuhalten und die eigene Suche nach Sinn und Ziel zu reflektieren, während sie zugleich Trost darin bieten, dass diese Suche ein wesentlicher Bestandteil des Menschseins ist.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Schiller
Epoche:
Klassik
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Emotion:
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