Überhaupt gibt es zwei Arten gebefreudiger Menschen – die verschwenderischen und die freigiebigen.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero unterscheidet in diesem Zitat zwei Formen der Großzügigkeit: die Verschwendung und die wahre Freigiebigkeit. Diese Unterscheidung wirft ein Licht auf die Motivation und den Wert hinter der Handlung des Gebens.
Verschwenderische Menschen geben ohne Maß oder Ziel, oft aus Eitelkeit oder der Absicht, Eindruck zu machen. Ihr Handeln ist oft impulsiv und egozentrisch, ohne Rücksicht auf die tatsächlichen Bedürfnisse des Empfängers oder die langfristigen Folgen. Freigiebigkeit hingegen ist eine durchdachte und gezielte Form des Gebens, die auf den Nutzen und das Wohl des anderen abzielt. Sie ist Ausdruck von Weisheit, Empathie und echter Großzügigkeit.
Dieses Zitat inspiriert dazu, die eigene Haltung zum Geben zu hinterfragen. Geben wir, um Anerkennung zu erhalten, oder handeln wir aus einem echten Wunsch heraus, anderen zu helfen? Ciceros Worte erinnern daran, dass wahre Freigiebigkeit mit Verantwortung und Rücksichtnahme verbunden ist. Es ist nicht nur die Handlung des Gebens, die zählt, sondern auch die Absicht und der Effekt, den sie erzielt.
Die Reflexion über dieses Zitat ermutigt, die Qualität und den Zweck des eigenen Gebens zu prüfen und sich um eine Haltung zu bemühen, die auf nachhaltige und wohlwollende Weise Gutes bewirken möchte.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, ein einflussreicher römischer Staatsmann und Philosoph, beschäftigte sich in seinen Werken häufig mit ethischen Fragen. Dieses Zitat stammt aus seinen Überlegungen zur Tugend der Großzügigkeit und reflektiert seine stoischen und platonischen Einflüsse.
Im historischen Kontext war Großzügigkeit in der römischen Gesellschaft ein geschätzter Wert, der jedoch oft von politischem Kalkül und Selbstdarstellung geprägt war. Cicero kritisiert hier die Verschwendung, die zwar den Anschein von Großzügigkeit erweckt, jedoch weder dem Geber noch dem Empfänger langfristig nützt. Seine Betonung auf die Freigiebigkeit als Tugend stellt einen moralischen Anspruch dar, der über oberflächliche Gesten hinausgeht.
Auch heute bleibt diese Botschaft relevant. In einer Welt, in der Großzügigkeit oft als Mittel zur Selbstdarstellung missbraucht wird, erinnert Cicero daran, dass wahres Geben von Rücksichtnahme und Echtheit geprägt sein sollte. Seine Worte fordern uns auf, unser Geben bewusster und sinnvoller zu gestalten, um echte Wirkung und Bedeutung zu erzielen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion