So klein sie auch sein mag, sie verdunkelt das Licht der Gnade, belastet die Seele und verhindert die ständige Gemeinschaft mit Jesus Christus, die du mit Freude pflegen solltest.
- François Fénelon

Klugwort Reflexion zum Zitat
Fénelon beschreibt hier den Einfluss selbst kleinster Verfehlungen auf die spirituelle Verbindung eines Menschen mit Gott. Selbst geringe Unzulänglichkeiten können das innere Gleichgewicht stören und die Fähigkeit beeinträchtigen, in Frieden und Gnade zu leben.
Dies ist eine zentrale Idee vieler religiöser und philosophischer Traditionen: Die Reinheit des Geistes und die moralische Integrität sind nicht nur durch große Fehler gefährdet, sondern auch durch scheinbar unbedeutende Nachlässigkeiten. Ein schlechtes Gewissen, Zweifel oder unreflektierte Handlungen können die innere Harmonie beeinträchtigen.
Das Zitat lädt dazu ein, sich mit der eigenen moralischen und spirituellen Haltung auseinanderzusetzen. Es erinnert daran, dass wahre Spiritualität nicht nur in großen Gesten oder dogmatischen Regeln liegt, sondern in der täglichen Praxis der Selbstreflexion und der bewussten Lebensführung.
Letztlich geht es darum, das Leben mit Freude und in Einklang mit den eigenen Werten zu führen. Wer sich von negativen Einflüssen befreit – egal, wie klein sie erscheinen mögen –, kann inneren Frieden und eine tiefere Verbindung zur eigenen Spiritualität erfahren.
Zitat Kontext
François Fénelon (1651–1715) war ein französischer Theologe und Schriftsteller, der für seine tiefgehenden spirituellen Betrachtungen bekannt war. Als Erzbischof von Cambrai setzte er sich für eine mystische, persönliche Frömmigkeit ein, die sich auf innere Reinheit und unmittelbare Gotteserfahrung konzentrierte.
Sein Zitat entstammt seiner christlichen Überzeugung, dass jede noch so kleine moralische Verfehlung das Verhältnis zwischen Mensch und Gott trüben kann. Dies steht im Einklang mit der Tradition des christlichen Mystizismus, der betont, dass spirituelles Wachstum durch kontinuierliche Selbstprüfung und Reinigung des Geistes erreicht wird.
Diese Lehre ist nicht auf das Christentum beschränkt. Viele philosophische und religiöse Traditionen sehen im Umgang mit kleinen Fehlern den Schlüssel zu einem ausgeglichenen Leben.
Fénelons Worte sind daher zeitlos: Sie erinnern daran, dass geistige Klarheit und moralische Integrität nicht durch große Taten allein entstehen, sondern durch die konsequente Pflege eines bewussten, ehrlichen und liebevollen Lebens.
Daten zum Zitat
- Autor:
- François Fénelon
- Tätigkeit:
- französischer Geistlicher, Schriftsteller und Pädagoge
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion