Man setzt uns auf die Schwelle, Wir wissen nicht woher? Da glüht der Morgen helle, Hinaus verlangt uns sehr.

- Joseph von Eichendorff

Joseph von Eichendorff

Klugwort Reflexion zum Zitat

Joseph von Eichendorffs Zitat spiegelt das existenzielle Grundgefühl des Menschen wider, plötzlich ins Leben geworfen zu sein, ohne die Hintergründe oder den Sinn genau zu kennen.

Die Schwelle symbolisiert den Übergang, möglicherweise von Geburt oder Anfang eines neuen Lebensabschnitts. Der glühende Morgen verweist auf die Verheißung und Verlockung des Lebens, das voller Möglichkeiten und Herausforderungen auf uns wartet. Es ist ein starkes Bild für die Sehnsucht, die uns antreibt, die Welt zu entdecken, obwohl wir die Antworten auf die großen Fragen nicht kennen.

Das Zitat regt dazu an, über die menschliche Neugier und den Drang nach Orientierung in einer ungewissen Welt nachzudenken. Es spricht von einer grundlegenden Dynamik im Leben: dem Spannungsverhältnis zwischen Ungewissheit und Hoffnung. Diese Worte rufen dazu auf, trotz aller Unsicherheiten den Schritt hinaus ins Leben zu wagen und sich von dessen Schönheit inspirieren zu lassen.

Eichendorff zeigt hier die tiefe Verbindung zwischen Natur, Gefühlen und existenziellen Fragen. Diese Perspektive lädt den Leser ein, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie wir mit der Unsicherheit umgehen und welche Rolle Hoffnung und Neugier in unserem Leben spielen.

Zitat Kontext

Joseph von Eichendorff, ein bedeutender Lyriker und Vertreter der deutschen Romantik, ist bekannt für seine naturverbundene, oft sehnsuchtsvolle Dichtung. Dieses Zitat ist typisch für seine Werke, die die Verbindung zwischen Mensch, Natur und der Suche nach dem Sinn des Lebens betonen.

Es spiegelt die romantische Grundhaltung wider, das Leben als geheimnisvolles Abenteuer zu begreifen, in dem der Mensch stets auf der Suche ist. Die Schwelle kann als Metapher für die Übergänge im Leben oder die Grenze zwischen Bekannten und Unbekannten interpretiert werden, während der Morgen für einen neuen Anfang oder eine Verheißung steht.

Historisch betrachtet entstand das Zitat in einer Zeit, in der die Romantik auf die Rationalität der Aufklärung und die Industrialisierung reagierte, indem sie das Geheimnisvolle, die Natur und das Individuum in den Mittelpunkt stellte. Eichendorff gab dem Gefühl der Orientierungslosigkeit und Sehnsucht, das viele seiner Zeitgenossen empfanden, eine poetische Stimme.

Auch heute hat das Zitat eine starke Relevanz, da es die zeitlose Frage aufwirft: Wie finden wir unseren Weg in einer Welt voller Ungewissheit? Es inspiriert dazu, die Schwellen des Lebens nicht zu fürchten, sondern sie als Einladung zu sehen, das Leben in all seiner Tiefe zu erleben.

Daten zum Zitat

Autor:
Joseph von Eichendorff
Tätigkeit:
deutscher Lyriker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion