Man schenkt nichts, ohne sein Interesse um Rat zu fragen.
- Emanuel Wertheimer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Emanuel Wertheimers Zitat wirft einen kritischen Blick auf die Motive hinter Großzügigkeit und Altruismus.
Es deutet darauf hin, dass selbst scheinbar selbstlose Handlungen oft von Eigeninteresse geprägt sind. Jede Gabe, ob materiell oder immateriell, wird in der Regel mit einem inneren oder äußeren Zweck verbunden – sei es Anerkennung, Dankbarkeit oder das Gefühl moralischer Überlegenheit.
Das Zitat fordert den Leser heraus, über die wahre Natur von Geschenken und deren Absicht nachzudenken. Können wir wirklich etwas schenken, ohne dabei unseren eigenen Nutzen zu berücksichtigen?
Es zeigt, dass Großzügigkeit häufig in einem Spannungsfeld zwischen Aufopferung und Eigennutz steht. Diese Beobachtung regt dazu an, bewusster mit den eigenen Motiven umzugehen und zu hinterfragen, ob wahre Selbstlosigkeit überhaupt existieren kann.
Gleichzeitig ist es eine Einladung, nicht jede Form von Großzügigkeit zu hinterfragen oder abzuwerten, sondern die Komplexität menschlicher Beziehungen zu akzeptieren.
Das Zitat erinnert daran, dass Altruismus und Eigeninteresse nicht unbedingt Gegensätze sein müssen, sondern oft in einem unausgesprochenen Gleichgewicht existieren.
Zitat Kontext
Emanuel Wertheimer, ein deutscher Philosoph und Aphoristiker, war bekannt für seine scharfsinnigen und oft skeptischen Beobachtungen menschlicher Natur und sozialen Verhaltens.
Dieses Zitat spiegelt seinen kritischen Blick auf die Beweggründe hinter scheinbar selbstlosen Handlungen wider.
Im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts, einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche und wachsender Individualisierung, war das Thema des Eigeninteresses in Philosophie und Literatur weit verbreitet. Wertheimer schließt an eine Tradition an, die bis zu den Klassikern wie La Rochefoucauld zurückreicht, der ebenfalls die menschliche Selbstlosigkeit hinterfragte.
Philosophisch lässt sich das Zitat in den Rahmen einer realistischen Sicht auf menschliches Verhalten einordnen, die weder idealisiert noch verdammt, sondern nüchtern analysiert.
Auch in der heutigen Zeit bleibt es relevant, da es Themen wie ethisches Handeln, soziale Verantwortung und die Psychologie von Geben und Nehmen berührt. Es regt dazu an, unsere Motive und die Dynamik von Geschenken und Großzügigkeit in modernen Gesellschaften kritisch zu hinterfragen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Emanuel Wertheimer
- Tätigkeit:
- ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion