Herr, nimm mein Herz, denn ich kann es nicht geben; und wenn Du es hast, behalte es, denn ich kann es nicht für Dich behalten; und rette mich trotz meiner selbst, um Jesu Christi willen.

- François Fénelon

François Fénelon

Klugwort Reflexion zum Zitat

Fénelons Zitat ist ein Ausdruck tiefster spiritueller Hingabe und Demut.

Er beschreibt den menschlichen Konflikt zwischen dem Wunsch nach göttlicher Nähe und der Unfähigkeit, sich selbst vollständig hinzugeben. Dies ist eine universelle Erfahrung in der religiösen Praxis: Der Mensch fühlt sich oft hin- und hergerissen zwischen seinem Glauben und seinen weltlichen Bindungen.

Das Zitat fordert uns auf, über die Natur des Glaubens nachzudenken. Ist es möglich, sich vollkommen Gott hinzugeben, oder bleibt immer ein innerer Widerstand? Und inwiefern ist Gnade wichtiger als der eigene Wille?

Fénelon erinnert uns daran, dass wahre Hingabe oft bedeutet, seine eigene Kontrolle loszulassen – ein Gedanke, der in vielen religiösen Traditionen eine zentrale Rolle spielt.

Zitat Kontext

François Fénelon war ein französischer Theologe und Mystiker des 17. Jahrhunderts, bekannt für seine tiefgründigen Betrachtungen über Glauben und Spiritualität.

Dieses Zitat steht in der Tradition der christlichen Mystik, die betont, dass der Mensch sich Gott nicht aus eigener Kraft nähern kann, sondern auf göttliche Gnade angewiesen ist. Ähnliche Gedanken finden sich in den Schriften von Augustinus oder Meister Eckhart.

Auch heute bleibt diese Reflexion über den Glauben aktuell. In einer Welt, die oft auf Selbstbestimmung und Kontrolle setzt, erinnert uns Fénelon daran, dass wahre Spiritualität manchmal bedeutet, sich einer höheren Kraft anzuvertrauen – selbst wenn dies schwerfällt.

Daten zum Zitat

Autor:
François Fénelon
Tätigkeit:
französischer Geistlicher, Schriftsteller und Pädagoge
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion