Ein eitler Mensch ist ein ekelhaftes Geschöpf: Er ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass er keinen Platz für etwas anderes hat, sei es auch noch so gut oder verdienstvoll.
- William Penn

Klugwort Reflexion zum Zitat
William Penn beschreibt in diesem Zitat die Natur der Eitelkeit als eine Form der Selbstzentrierung, die den Blick für andere Dinge versperrt. Wer zu sehr mit sich selbst beschäftigt ist, kann weder die Verdienste anderer anerkennen noch sich für größere Ideale öffnen.
Diese Betrachtung verweist auf eine tiefere psychologische Wahrheit: Eitelkeit kann Menschen blind machen. Sie führt dazu, dass das eigene Selbstbild wichtiger wird als jede äußere Realität. Penn deutet an, dass ein solcher Mensch nicht nur unangenehm ist, sondern sich auch selbst einschränkt – denn er verpasst die Möglichkeit, über sich hinauszuwachsen.
Das Zitat regt dazu an, über unser eigenes Verhältnis zur Eitelkeit nachzudenken. In einer Zeit, in der Selbstdarstellung oft im Vordergrund steht, stellt sich die Frage: Wann wird Selbstbewusstsein zur Eitelkeit? Wann schadet eine zu starke Beschäftigung mit dem eigenen Bild unserer Fähigkeit, die Welt wahrzunehmen? Penn fordert uns auf, Demut und Offenheit über Selbstverliebtheit zu stellen.
Kritisch könnte man fragen, ob Eitelkeit nicht auch positive Seiten hat. Kann ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein nicht notwendig sein, um sich selbst zu behaupten? Doch Penns Zitat ist keine Ablehnung von Selbstwertgefühl – sondern eine Warnung vor einer übermäßigen Selbstzentrierung, die keine Aufmerksamkeit mehr für andere zulässt. Seine Worte laden dazu ein, unser eigenes Ego kritisch zu hinterfragen – und zu erkennen, wann es uns von echten Werten ablenkt.
Zitat Kontext
William Penn (1644–1718) war ein englischer Quäker und Gründer der Kolonie Pennsylvania. Er setzte sich für Religionsfreiheit und soziale Gerechtigkeit ein – Werte, die mit Eitelkeit und Selbstsucht unvereinbar sind.
Das Zitat steht im Kontext seiner ethischen Überzeugungen, die Demut und Mitgefühl betonten. Penn betrachtete Eitelkeit als eine Eigenschaft, die Menschen daran hindert, sich mit wichtigen Dingen wie Gerechtigkeit und Gemeinwohl zu beschäftigen.
Historisch betrachtet, lebte Penn in einer Zeit, in der religiöse und gesellschaftliche Ideale neu verhandelt wurden. Sein Zitat kann als Kritik an einer Gesellschaft verstanden werden, die sich zu sehr mit Oberflächlichkeiten und Egoismus beschäftigt – ein Thema, das bis heute relevant ist.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In einer Welt, die stark auf Selbstinszenierung in sozialen Medien ausgerichtet ist, stellt sich die Frage: Wann wird Selbstdarstellung zur reinen Eitelkeit? Penns Worte laden dazu ein, nicht nur über das eigene Bild nachzudenken – sondern über die Werte, die wirklich zählen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- William Penn
- Tätigkeit:
- englischer Quäker, Kolonialadministrator und Schriftsteller
- Epoche:
- Aufklärung
- Mehr?
- Alle William Penn Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion