Die meisten wollen törichter- um nicht zu sagen unverschämterweise einen solchen Freund haben, wie sie selbst nicht sein können, und was sie selbst ihren Freunden nicht zu leisten vermögen, das verlangen sie von ihnen. Billig aber ist es, daß man zuerst selbst ein guter Mensch ist und dann einen anderen sich ähnlich sucht.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero beschreibt hier eine universelle Wahrheit über die Freundschaft: Viele Menschen erwarten von ihren Freunden Tugenden und Eigenschaften, die sie selbst nicht besitzen oder bereit sind zu bieten. Er mahnt, dass wahre Freundschaft mit Selbstreflexion und der eigenen moralischen Integrität beginnt. Nur wer selbst ein guter Mensch ist, kann hoffen, Freunde mit ähnlichen Qualitäten zu finden.
Das Zitat regt dazu an, über die eigenen Erwartungen an Freundschaften nachzudenken. Es zeigt, dass Freundschaft keine Einbahnstraße ist und dass das, was man von anderen erwartet, auch von einem selbst gelebt werden sollte. Dies fördert eine ehrliche und gegenseitige Beziehung, die auf Respekt und Gleichwertigkeit basiert.
Für den Leser ist dies eine Einladung, sich selbst zu hinterfragen: Lebt man die Werte und Eigenschaften, die man in anderen sucht? Es inspiriert dazu, an der eigenen Charakterentwicklung zu arbeiten, um erfüllende und authentische Beziehungen aufzubauen. Cicero erinnert daran, dass Freundschaft ein Spiegelbild der eigenen Persönlichkeit sein kann.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, ein bedeutender römischer Redner, Philosoph und Staatsmann, schrieb viel über die Bedeutung von Tugend und Moral im menschlichen Leben. Dieses Zitat stammt aus seinem Werk *Laelius de amicitia* (Laelius über die Freundschaft), in dem er die Prinzipien wahrer Freundschaft untersucht.
Im historischen Kontext der Römischen Republik, in der politische Allianzen und persönliche Beziehungen oft durch Eigeninteressen geprägt waren, plädierte Cicero für Freundschaften, die auf gegenseitigem Respekt und moralischer Integrität beruhen.
Auch heute bleibt diese Botschaft zeitlos. Sie erinnert daran, dass authentische Beziehungen nur entstehen können, wenn beide Seiten bereit sind, dieselben Werte und Verpflichtungen zu leben. Es ist ein Aufruf, Freundschaft als eine wechselseitige Tugendbeziehung zu betrachten, die auf eigener moralischer Reife basiert.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion