Die Idee der persönlichen Erlösung ist mir zutiefst zuwider, wenn sie nicht absurd ist. Stellen Sie sich vor, Roosevelt, der große Rohling, würde seine Persönlichkeit in einem zukünftigen Zustand bewahren und als himmlischer Rough Rider herumstolzieren!
- George Bernard Shaw

Klugwort Reflexion zum Zitat
George Bernard Shaw kritisiert in diesem Zitat auf humorvolle und zugleich tiefgründige Weise die Vorstellung von persönlicher Erlösung und Unsterblichkeit in einem Jenseits. Er empfindet diese Idee nicht nur als absurd, sondern stellt sie mit einem zugespitzten Beispiel bloß: Theodore Roosevelt, bekannt für seine impulsive und kraftvolle Persönlichkeit, als prahlerischer „himmlischer Rough Rider“ in einer anderen Existenzform.
Die Kritik von Shaw richtet sich gegen den anthropozentrischen Gedanken, dass die Persönlichkeit in einem göttlichen oder ewigen Zustand unverändert weiterexistieren könnte. Dies scheint für ihn eine Projektion menschlicher Eitelkeit und Überheblichkeit zu sein. Zudem könnte seine Abneigung gegen diese Idee darauf hindeuten, dass Shaw eher an eine universelle, kollektivere Vorstellung des Daseins glaubte, anstatt an individualisierte Fortsetzungen.
Dieses Zitat regt dazu an, über die Konzepte von Leben, Tod und das, was danach kommt, nachzudenken. Es wirft Fragen auf: Warum sollten wir uns an unserer Persönlichkeit als ewiger Entität festhalten? Bedeutet Erlösung nicht eher Transformation als bloße Weiterführung dessen, was bereits existiert? Shaws ironische Darstellung fordert uns heraus, diese Vorstellungen zu hinterfragen und den Wert der Vergänglichkeit und Veränderung zu erkennen.
Zitat Kontext
George Bernard Shaw, ein irischer Dramatiker und Satiriker, war bekannt für seine scharfen gesellschaftskritischen Kommentare. Er lebte in einer Zeit, in der traditionelle religiöse Werte durch wissenschaftliche Erkenntnisse und philosophische Bewegungen hinterfragt wurden. Sein Zitat ist ein Beispiel für seine Fähigkeit, komplexe Themen mit Witz und Ironie zu behandeln.
Das Beispiel Theodore Roosevelts, eines US-Präsidenten und Kriegsveteranen, spiegelt Shaws Abneigung gegen die Verherrlichung von Persönlichkeiten wider, die oft als Symbole für Kraft und Individualität stilisiert wurden. Shaws Kommentar kann als Kritik an einem übertriebenen Individualismus verstanden werden, der sich in der Vorstellung von persönlicher Unsterblichkeit ausdrückt. Gleichzeitig nimmt er religiöse Konzepte auf die Schippe, die die Existenz nach dem Tod in anthropomorphen und oftmals naiven Bildern darstellen.
In der heutigen Zeit, in der Diskussionen über Transhumanismus und digitale Unsterblichkeit an Bedeutung gewinnen, bleibt Shaws Zitat relevant. Es fordert uns auf, darüber nachzudenken, ob das Streben nach persönlicher Fortdauer tatsächlich eine erstrebenswerte Form der Erlösung ist, oder ob es uns von der Akzeptanz der Vergänglichkeit und der Möglichkeit echter Transformation abhält.
Daten zum Zitat
- Autor:
- George Bernard Shaw
- Tätigkeit:
- Dramatiker, Kritiker und politischer Aktivist
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
- Alle George Bernard Shaw Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion