Auch wenn ich über die menschliche Rasse schreibe, fühle ich mich umso besser, je weiter ich mich von ihnen entferne. Zwei Meilen sind toll, zweitausend Meilen sind schön.
- Charles Bukowski

Klugwort Reflexion zum Zitat
Charles Bukowski bringt in diesem Zitat eine zynische, aber auch tiefgründige Sicht auf das Schreiben und seine Haltung zur menschlichen Gesellschaft zum Ausdruck. Er beschreibt, wie er sich von der Menschheit entfremdet fühlt und dass er beim Schreiben über sie mehr Distanz zwischen sich und dem Subjekt seiner Betrachtung braucht, um sich besser zu fühlen. Diese Entfernung, sowohl räumlich als auch emotional, scheint ihm notwendig zu sein, um die Menschheit objektiv und ohne persönliche Betroffenheit zu betrachten.
Bukowski war bekannt für seine kritische Haltung gegenüber der Gesellschaft und den oft düsteren, nihilistischen Themen, die er in seinen Werken behandelte. In diesem Zitat zeigt er, dass seine Schriften, die häufig von Alkoholismus, Einsamkeit und sozialer Entfremdung handeln, auch eine persönliche Bewältigungsstrategie sind – ein Versuch, sich von der Welt abzukapseln, die er als unangenehm oder ungerecht empfindet.
Es ist interessant, wie Bukowski die Distanz als eine Quelle der Erleichterung empfindet. Diese Entfernung von der Menschheit ermöglicht es ihm, sie ohne die emotionale Last einer unmittelbaren Verbindung zu beobachten. Doch hinter dieser Entfremdung liegt auch eine Kritik an der Gesellschaft – Bukowski scheint zu suggerieren, dass die Gesellschaft so entmutigend und enttäuschend ist, dass der einzige Weg, um mit ihr klarzukommen, darin besteht, sich emotional und physisch von ihr zu entfernen. Das Zitat regt dazu an, über unsere eigene Beziehung zur Gesellschaft und den Wegen nachzudenken, wie wir mit den Unzulänglichkeiten der Welt umgehen.
Zitat Kontext
Charles Bukowski war ein amerikanischer Schriftsteller und Dichter, der für seine ungeschönte, oft provokante Darstellung des Lebens am Rande der Gesellschaft bekannt wurde. Er schrieb über die harte Realität von Alkoholismus, Armut, und der Entfremdung in der modernen Welt. Bukowski selbst war als Außenseiter und Antiheld eine kontroverse Figur, die es vermied, sich den gesellschaftlichen Normen anzupassen.
Dieses Zitat spiegelt Bukowskis Einstellung zu den Themen Entfremdung und Kritik an der Gesellschaft wider. Obwohl er oft als zynischer Pessimist betrachtet wurde, war Bukowski dennoch ein feinsinniger Beobachter der menschlichen Natur. Sein Werk, das häufig von sozialen Außenseitern und gebrochenen Figuren handelt, stellt die Gesellschaft in Frage und kritisiert deren Oberflächlichkeit und Doppelmoral.
Im historischen Kontext seiner Zeit, insbesondere während der 1960er und 1970er Jahre, als die Gesellschaft von politischen Unruhen und sozialen Bewegungen geprägt war, stellte Bukowski eine Art von Flucht aus dieser turbulenten Welt dar. Für ihn war der Akt des Schreibens nicht nur eine Form der Selbsttherapie, sondern auch eine Möglichkeit, die Welt mit einem kritischen und oft zynischen Blick zu betrachten. Seine Aussage über die Distanz zur Menschheit könnte als eine Reflexion auf die sozialen Spannungen und die persönliche Entfremdung verstanden werden, die viele in der Gesellschaft während dieser Zeit empfanden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Charles Bukowski
- Tätigkeit:
- US Schriftsteller und Dichter
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion