Emanuel Wertheimer: Ein Leben für Literatur und Aphorismen

  • ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller
  • 10.5.1846 - 24.8.1916
  • Geburtsort: Budapest, Ungarn
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Wer war Emanuel Wertheimer?

Emanuel Wertheimer wurde am 10. Mai 1846 in Budapest als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren, doch es war nicht das Geschäft, das ihn faszinierte. Vielmehr zog es ihn in die Welt der Worte und der Literatur. Er verbrachte den Großteil seines Lebens in Wien und Berlin, zwei Metropolen, die für ihre lebendige literarische Szene bekannt waren. Diese Städte boten ihm den perfekten Nährboden, um seine intellektuellen Leidenschaften zu kultivieren.

Von klein auf war Wertheimer ein leidenschaftlicher Leser. Seine unersättliche Neugierde führte dazu, dass er eine beeindruckende Bibliothek zusammentrug, die schließlich Eingang in Georg Hedelers „Verzeichniss von Privat-Bibliotheken“ von 1898 fand. Diese Sammlung war mehr als nur ein Stapel Bücher; sie war ein Spiegel seiner Interessen und seines Wissensdurstes. Sie umfasste eine breite Palette von Werken, darunter Sprichwörtersammlungen, Aphorismen-Literatur, französische Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, moderne Belletristik und Revolutionsgeschichte. Besonders bemerkenswert war eine Ausgabe der „Sammlung besonderer und seltsamer Umstände von Voltaires Leben und Tod“ von 1785, herausgegeben von Maximilien-Marie Harel. Dieses Werk war ein Beweis für Wertheimers tiefes Interesse an der französischen Literatur und seiner Sammelleidenschaft für seltene und bedeutende Werke.

Doch Emanuel Wertheimer war nicht nur ein Sammler und Leser; er war auch ein kreativer Geist und ein scharfsinniger Beobachter des menschlichen Lebens. Besonders fasziniert war er von Aphorismen – jenen kurzen, prägnanten Weisheiten, die oft mehr Wahrheit in wenigen Worten enthalten als lange Abhandlungen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann er, seine eigenen Aphorismen zu schreiben und sie schließlich in Buchform zu veröffentlichen. Diese Werke fanden Anklang und werden noch heute zitiert, was von ihrer zeitlosen Relevanz zeugt.

Neben seiner Tätigkeit als Schriftsteller war Wertheimer auch als Feuilletonist aktiv. Seine Essays und Artikel waren bekannt für ihren witzigen, oft scharfsinnigen Stil und boten seinen Lesern nicht nur Unterhaltung, sondern auch tiefere Einsichten in die menschliche Natur und die Gesellschaft seiner Zeit.

Emanuel Wertheimer starb am 24. August 1916 in Berlin. Doch sein geistiges Erbe lebt weiter. Seine Bücher und Aphorismen sind bleibende Zeugen seiner intellektuellen Neugierde und seines Beitrags zur literarischen Welt. Wertheimers Leben und Werk erinnern uns daran, wie kraftvoll und bedeutungsvoll Worte sein können und wie eine tiefe Liebe zur Literatur nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Leben anderer bereichern kann.

Drei ausgewählte Zitate

Wertheimers Zitate sind vor allem gekennzeichnet durch ihre Prägnanz und ihre Fähigkeit, komplexe Ideen in wenigen Worten auf den Punkt zu bringen. Sie sind oft scharfsinnig, tiefgründig und regen zum Nachdenken an. Seine Aphorismen zeugen von einer klaren Beobachtungsgabe und einem tiefen Verständnis für die menschliche Natur und das Leben im Allgemeinen. Wertheimer konnte komplexe Themen in einfache, aber treffende Aussagen verpacken, die auch heute noch relevante Einsichten bieten.

Nur in die erste Liebe mischt sich keine Eigenliebe.

Emanuel Wertheimer - ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller

Die ewige Liebe hat eine gar zu kurze Dauer; wir können ewig hassen, aber nicht ewig lieben.

Emanuel Wertheimer - ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller

Ladet man das Glück zu sich, verspricht man ihm die überschwänglichste Aufnahme – und ist es da, versäumt man sogar, es zu empfangen.

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